Linux: System friert ein – mögliche Lösung für Intel-Systeme

Kurzel Vorgeplänkel, wer gleich zur Lösung will, klickt hier.

Ich hatte mir vor einiger Zeit ein Dell Inspiron Notebook zugelegt, aufgrund meiner sehr guten Erfahrungen mit einem Dell XPS 13 und darauf installiertem Ubuntu. Als dann Spectre und Meltdown kamen, haben Intel und Dell voreilig BIOS bzw. UEFI Updates rausgehauen, die sich gar nicht gut gemacht haben. Damit fiel das System unter Last regelmäßig aus, egal welches OS.

Irgendwann hatte ich glücklicher Weise ein “älteres” Mainboard bekommen, als das Gerät aufgrund des Folgeschadens dann auch vor Ort repariert wurde. Mit dem alten BIOS lief es dann ganz gut, ich habe dann “sicherheitshalber” den Rechner vorerst vorwiegend nur mit Windos benutzt. Nach einiger Zeit kitzelte es wieder, ich installierte kubuntu und ein paar Tage später hatte ich wieder Ausfälle, dieses Mal fror das System allerdings ein, so als ob der Prozessor einen weg hätte. Ich schickte das Gerät wieder ein…

Kurzer Sprung, kürzlich habe ich mir ein Purism Librem 15v3 gekauft. Purism räumte sein Lager und der Preis hat mich nicht lange nachdenken lassen. Endlich ein Notebook, das wirklich voll auf Linux ausgelegt ist.

Ich spielte erst mit PureOS rum, probierte noch ein bisschen mit Linux Mint, entschied mich dann aber für kubuntu. Ich wolle KDE Plasma und die Sicherheit des am ehesten auf Privatanwender ausgerichteten Linux, eben Ubuntu.

Ein paar Tage später friert das System ein. Nichts rührt sich, keine Tastenkombination hilft, die Maus bleibt still. Genaus so wie mit dem Dell Inspiron zuletzt.
Natürlich lag der erste Verdacht bei einem Defekt, ich bemühte aber trotzdem eine Websuche und fand sogar im Purism einen ausschweifenden Beitrag dazu. Die Lösung dort hat mir nicht geholfen, mich aber auf die richtige Spur gebracht.

1. Es ist u. U. die Unterstützung der Systemvirtualisierung, in Form von iommu

Diese kann man per GRUB deaktivieren, vorausgesetzt man ist nicht auf Virtualisierungen durch VMware oder VirtualBox angewiesen.
Dafür lädt man die GRUB Textdatei:

sudo nano /etc/default/grub

Dort im Feld den GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT Wert intel_iommu=off hinzufügen

Mit STRG+O und STRG+X speichern und schließen, danach per sudo update-grub bestätigen und neustarten.

Überraschung, mein System fror weiterhin ein. Auch, wenn es dem Menschen im Forum geholfen hat, so berichtete dieser, war es bei mir noch etwas anderes. Ich war auch etwas froh, nicht auf die Virtualisierung verzichten zu müssen.

2. Intel P-state governor

Der Intel P-state governor scheint nicht unbedingt gemocht zu werden, es gibt einige Einträge im Netz, die sich um die Deaktivierung dessen bemühen. Das geht über den gleichen Weg: die GRUB-Datei anpassen, in dem man intel_pstate=disable an gleicher Stelle, wie intel_iommu=off setzt.

Sobald getan, per update-grub bestätigt und neugestartet, merkt man aber, dass der Lüfter deutlich aktiver ist. Der Erstatz ACPI governor kann manche Details im Prozessor nicht so genau erkennen, wie es der von Intel kann, vereinfacht ausgedrückt.

Aber: Irgendwo lass ich, dass es durch den Intel governor zu Spitzen kommen kann, die das System einfrieren lassen, da das System irgendwas falsch interpretiert. Verzeiht bitte die vage Ausdrucksweise, ich kann die Referenz nicht mehr finden. Dies brachte mich auf die Idee per TLP bzw. die TLP_UI dem Prozessor bzw. dem governor zu helfen:

Ich hatte zuvor, als ich den ACPI governor laufen hatte, in der TLP_UI das CPU_Scaling für diesen governor ausprobiert und dann etwas weiter unten, die entsprechenden Einstellungen für HWP, den Energy Performance Hints, gesehen. Wie es im Bild hierüber dargestellt ist

Ab Skylake kann man das Scaling per HWP Hinweis beeinflussen und mit dieser Einstellungen sind die Freezes bisher (ich klopfe gerade wieder auf Holz) verschwunden!

TLP, nicht zwingend mit der TLP_UI, ist aus meiner Sicht eh ein Must Have, um die Leistung seines Notebooks, vor allem in Bezug zur Laufzeit, im Griff zu haben. Der Workaround über die TLP_UI (in praktisch jeder größeren Distro ohne Weiteres zu in den Paketen zu finden, wie TLP selbst) macht es für die einfacher, die nicht alles über Terminal nachvollziehen können, wie mich. Grundsätzlich reichen die vorkonfigurierten Einstellungen von TLP, ergänzt durch diese Kleinigkeit hier.

Über den Autor

Olli

Ich schreibe sonst über nicht-technisches auf schongeil.de, brauche aber auch ab und an meine 5 Nerd-Minuten, die ich hier auslebe. – Falls dir meine Beiträge geholfen haben, freue ich mich über einen Kaffee!

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Von Olli